Lost Ark ein neuer Stern am MMO-Himmel? (ein persönliches OBT-Feedback)

ein sonniges HiHo in die Runde,

vorab sei gesagt, ich habe natürlich wie die meisten Gamer auch viele Spielstunden in diversen Diablo-Titeln auf dem Buckel.


Ich muss aber hier deutlich betonen, dass ich Diablo nicht mal im Ansatz so viel gespielt habe, wie ein Großteil meines Freundeskreises.

Natürlich habe ich die tolle Atmosphäre, die Action und die verdammt gut erzählte Storyline in Diablo genossen, aber spätestens als ich Alles 1-2 mal gesehen hatte, haben sich bei mir sehr schnell Ermüdungserscheinungen eingestellt.


Stark grindlastige Mechaniken haben mich irgendwie nie länger als ein paar Wochen, oft sogar nur Tage bei der Stange halten können.


Einzige Ausnahme wäre hier in diesem Genre "Path of Exile".


Dort haben mich die Klassenvielfalt und die schier unendlichen Möglichkeiten immer wieder komplett neue Builds zuzammenzustellen, deutlich länger motiviert.

... aber spätestens mit Erreichen des Endgames und nach der Bestätigung, dass ein neuer Skillbuild erfolgreich funktioniert, überkommt mich schnell Langeweile.

Das Endgame in Diablo und auch in Path of Exile ist für mich verdammt eng eingegrenzt.


Das nur soweit vorab, damit Ihr mich als Spielertyp und damit auch mein Feedback besser einschätzen könnt. ;)


Nachdem ich nun seit einigen Tagen die OBT von Lost Ark spiele (aktuell ca. 60 Spielstunden) und bis auf wenige Ausnahmen fast alle Klassen genauer angeschaut habe, kann ich allen Diablofans ganz ohne Einschränkung und aus vollerÜberzeugung Lost Ark wärmstens empfehlen. :thumbup:


Ich bin aber genauso überzeugt davon, dass Lost Ark bei Weitem nicht nur Diablofans begeistern wird.

Mich persönlich hat das Game jedenfalls völlig überrascht.


Ja, ich war wohl neugierig auf den neuen Diablo-Vertreter, der angeblich dieses Genre mit Elementen aus klassichen MMORPG-Titeln verschmelzen will.


MMORPG waren eigentlich schon immer meine virtuelle Heimat, deshalb hab ich natürlich mal etwas genauer drübergeschaut, als mich die Info ereilte, dass das Game nun in Korea in die OBT-Phase eingetreten ist.


Auf dem ersten Blick sieht man dem Spiel natürlich sofort die Ähnlichkeit zu Diablo an und das liegt nicht nur an der isometrischen Grafik, sondern natürlich auch an dem actionlastigen Kampfsystem.

Wenn man über einen halbwegs potenten Rechner verfügt, fällt einem schnell auf, wie wunderschön hier, oft eher altbacken aussehende isometrsiche Grafik, auf den heutigen Stand der Technik katapultiert wurde.

Die Welt in Lost Ark wird verdammt gut auf dem Bildschirm zelebriert. Sie wirkt sehr stimmig, lebendig und in keinster Weise generisch. Auch die Vertonung steht dem in Nichts nach.


Wenn man nun noch die unheimlich gelungenen Skilleffekte des sehr actionreichen Kampfsystems dazu nimmt, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sich ein zukünftiges Diablo 4 ganz warm anziehen muss, was die Verpackung der Spielwelt und der Spielmechaniken betrifft, denn Lost Ark legt die Messlatte im Diablogenre in dieser Disziplin verdammt hoch.

Und es gibt für mich persönlich Punkte, die Lost Ark sogar noch besser macht, als Diablo. blush


Wir haben in Lost Ark aktuell 4 Grundklassen, die sich jeweils in 3 weitere Unterklassen aufteilen.

Auf den 2. Blick fällt einem beim Anspielen schnell auf, dass sich die 3 Unterklassen tatsächlich sehr unterscheiden.

Daher kann man schon positiv erwähnen, dass einem hier selbst zum Start des Spiels genug Klassenvielfalt geboten wird.


Wie sieht es nun mit der Skillvielfalt in den jeweiligen Klassen aus?


Das war für mich eine der spannendsten Fragen, denn wie ich oben schon erwähnt habe, bin ich Jemand, der richtig viel Spaß daran hat, seine Klasse möglichst individuell und oft sogar aberwitzig anders als der Mainstream zu spielen, nur um zu sehen, dass es auch geht! :grins:


Ich mach es kurz, dieser Punkt war eines meiner persönlich größten Überraschungen, denn im Vergleich zu Diablo schneidet Lost Ark hier in Sachen Skillvielfalt deutlich besser ab, als der vermeintliche Klassenprimus.


Jede Klasse kann in den Kampf 8 aktive Skills mitnehmen, verfügt aber im Endgame über mindestens 17 Skills.


Das ist aber nicht Alles, denn im Laufe des Levelns kann jeder einzelne Skill durch erspielte Skillpunkte pro Levelaufstieg noch aufgewertet und verändert werden.

Hier liegt aktuell die Grenze bei Skillstufe 10.


Auch das ist aber noch nicht Alles, denn darüberhinaus gibt es beim Aufleveln der einzelnen Skills 3 Skillebenen an denen man den ursprünglichen Skill jeweils komplett in eine andere Richtung verändern kann.

Konkret auf Stufe 4, auf Stufe 7 und zuletzt auf Stufe 10 kann man sich aus 3 Vorgaben jeweils eine Änderung aussuchen.

Der Einfachheit halber verweise ich hier mal auf die englischsprachige Plattform-Website von Lost Ark, auf der man unter der Rubrik Tools jetzt auch schon einen brauchbaren Skillplaner findet.


Lost Ark - Database


Also schaut mal drüber und verschafft euch selbst einen Überblick. ;)


Angenehm ist, dass man die Verteilung der Skillpunkte jeder Zeit außerhalb des Kampfes anpassen kann.

Das kostet zwar je nach Level der Spielfigur eine kleine Gebühr, aber wird wohl erst bei Erreichen des Endgames so teuer, dass es etwas mehr weht tut, seinen bisherigen Build komplett umzubauen.


Es sei dazu noch positiv hervorgehoben, dass die 3 Skillebenen sogar kostenlos jeder Zeit verändert werden können.

Das ist ungewöhnlich komfortabel und hat mich angenehm überrascht.

Dazu kurz mal ein Beispiel.


Ich spiele seit Jahren überwiegend Magierklassen und so ist es nicht verwunderlich, dass mich die Arcana- und die Summonerklasse am meisten angesprochen haben.

Bei der Beschwörerin (Summoner) gibt es einen Skill, der galoppierende Pferde beschwört, die dann über die Gegner hinwegreiten.

Den kann man schon in der 1. Ebene, also auf Skillstufe 4 so verändern, dass er entweder Feuerschaden (als 3sec DoT), Frostschaden (3sec Stun + 40% reduzierte Laufgeschwindigkeit) und Blitzschaden ( erhöhte Kritchance) am Gegner anbringt.

Ich persönlich bin solo gern mit dem Feuermorph rumgelaufen, weil der meinen Schadensoutput spürbar angehoben hat.

In der Gruppe habe ich den Frostmorph aber dann wieder deutlich passender gefunden, denn hier kann man auf etwas weniger Schaden ganz gu verzichten, wenn man dafür mehr Kontrolle über die Gegner bekommt.

Der 3 Sekunden Stun und die anschliessende 30% Verringerung der Laufgeschwindigkeit der Gegner sind verdammt stark und damit in jeder Gruppe willkommen.

Also bis hierhin kann man Alles durchaus mit dem klassischen Diablo-Genre vergleichen und sachlich muss man hier Lost Ark einen verdammt guten Job bescheinigen, der allein durch diese Punkte viele Spieler schon lange bei der Stange halten würde.

Zumal ein Diablo-Nachfolger bei den Fans schon viel zu lange sehnsüchtig erwartet wird.


Was bietet Lost Ark aber darüberhinaus noch? :/


Hier kommen wir nun unweigerlich zu meinem absoluten Highlight des Games.

Nämlich zu den eher MMOPRG-genretypischen Dungeons in Lost Ark.

Die haben mich schlicht und einfach aus den Socken gehauen. Was Einem hier geboten wird, ist ganz großes Kino. :perfect:

Es ist einfach unfassbar, wieviel Mühe man hier ganz offensichtlich investiert hat.

Jeder Dungeon ist so liebevoll und stimmig designt und dabei für sich allein auch noch mit soviel Wiedererkennungswert, dass es mir ganz oft beim ersten Anspielen die Kinnlade runtergeklappt hat.

... und ganz ehrlich dazu gehört schon viel bei mir Grafikfetischist! :relieved:


Smilegate hat hier ganz augenscheinlich sehr viel Wert drauf gelegt, dass dieses Feature, was wir sonst eher nur aus den klassischen MMORPG kennen, einen wunderbaren Mehrwert im Diablo-Genre darstellen kann.

... und im Nachhinein betrachtet fragt sich wahrscheinlich jeder Spieler nach den ersten Dungeonläufen, warum verdammt nochmal ist Blizzard nicht schon selbst auf diese eigentlich simple Idee gekommen? :grins:

Es ist ja nich so, dass Blizzard keine Erfahrung im MMORPG-Genre vorweisen könnte. :D

Nicht nur die Verpackung der Dungeons, also das Design und die stimmige Atmosphäre sind hier hervorzuheben.


Es ist Smilegate aus meiner bescheidenen Sicht auch gelungen, den Schwierigkeitsgrad sehr gut zu treffen.

Ganz offensichtlich ist es ein deutlich spürbarer Unterschied, ob man allein, zu zweit oder in der vollen Gruppengröße von 4 Spielern in so einen Dungeon läuft.

Es ist nie langweilig, sondern immer angenehm herausfordernd.

Wo man draußen in der Spielwelt noch auf halbwegs Fehler verzeihende Gegnerhorden trifft, stößt man in Dungeons teilweise verdammt schnell an seine Grenzen.

Vor Allem wenn man unüberlegt in teilweise aberwitzig viele Gegner rennt.


Die Dungeons haben mich beim ersten Durchspielen oft so überrascht, so dass ich mich inzwischen in jedem neuen Dungeon eher langsam und vorsichtig vortaste.

Das baut, neben der zuvor erwähnten tollen optischen und akustischen Verpackung, zumindest bei mir, eine unheimlich spannende Atmospähre auf, wie es seit Langem kein anderes Spiel mehr geschafft hat. :gaming:

Die Bosse spielen sich alle individuell anders und stellen den Spieler beim ersten Durchspielen oft vor neue Herausforderungen, die einen dazu zwingen über seine bisherige Spielweise und die gewählte Skillung nachzudenken.

Beim Antesten der einzelnen Klassen, bin ich hier teilweise sehr schnell an meine bescheidenen Grenzen gestoßen.

Spätestens in den Dungeons wird einem besonders im Hard-Modus schnell vor Augen geführt, ob man eine Klasse verstanden hat und sie beherrscht, ob man vielleicht noch Einarbeitungszeit braucht oder auch, ob einem eine bestimmte Klasse eventuell garnicht liegt. :relieved:

Mir hat an den Dungeons auch sehr gefallen, dass man spätestens hier wirkliches Klassenverständnis aufbaut und damit die Lernkurve spürbar bergauf geht.


Ich muss jedenfalls ganz klar feststellen, dass mir Nahkampfklassen nicht so liegen!

Das wird wohl am anspruchsvollerem Movement liegen. blush

Die Dungeons sind vor Allem bei den Bossen sehr movementlastig und für einen klassichen WASD-Spieler stellen die ersten Dungeonläufe eine auch erstmal zu bewältigende Movement-Herausforderung dar.


Es stehen aktuell 2 Schwierigkeitsgrade zur Verfügung (Normal / Hard) die sich auch spürbar unterscheiden.

Man muss wohl auch erwähnen, dass die unterschiedliche Beute aus den Dungeons, aus meiner Sicht in der Spielwelt, zumindest während des Levelprozesses, nicht so große Auswirkungen haben, wie ich erwartet hätte. Daher betone ich, dass es sich aus meiner Sicht in der Levelphase auch überhaupt nicht lohnt, allein nur wegen der Beutestufe ständig Dungeons im Hardmodus zu laufen.

Soweit ich das bisher beurteilen kann, kommt man auch ohne Dungeonbeute wunderbaur flüssig durch die Levelgebiete.

Teilweise ist das Gear über die Questbelohnung 1-2 Levelstufen nach einem Hard-Mode-Dungeonlauf sogar schon wieder besser.

Defacto lohnt allein der Zeitaufwand der Dungeonläufe nicht wirklich.


Ich habe bisher ca. 6-7 unterschiedliche Dungeons gesehen und gefühlt waren zumindest der Level 20 und der Level 30er Dungeon deutlich zeitaufwendiger, als die Dungeons zwischendurch.

In den beiden Dungeons habe ich gut und gerne mal 30 Minuten verbracht, vorallem als ich solo unterwegs war.

Es wäre zu diskutieren, ob Smilgate hier gut daran täte nochmal über die Beuteskalierung in den Dungeons nachzudenken, denn die Dungeons sind hier so gut gelungen, dass es schade wäre, wenn man sie nur 1-2 Mal laufen würde.

Wenn die Beute in den Dungeons noch einen Tick anders skalieren würde, dann würden vermutlich viele Spieler auch noch mehr Zeit in den Dungeons verbringen.

... aber darüber könnte man sicher durchaus kontrovers diskutieren. ;)

Gerade im Endgame würde ich mir wünschen, dass die Beutestufe der Hardmode-Dungeons sich auch spürbar lohnt oder dass uns hier vielleicht noch andere Dungeon-Modi erwarten.


Vom Endlevel der Stufe 50 bin ich aber aktuell noch eine ganze Ecke entfernt und daher bin ich gespannt, was mich noch erwartet.

Aktuell kratze ich gerade an der Oberfläche des Handwerksystems!


Was kann ich aus den ersten Spielstunden noch weitergeben? :/


Hmm, es sollte noch erwähnt werden, dass man mit jeder neuen Klasse bis Level 10 ein Klassen speziefisches Tutorial erlebt.

Mit Erreichen des Level 10 wird man durch die Klassenstory an einem Punkt gebracht, wo man sich auf eine der 3 Unterklassen festlegen muss.

Als ich mir nach dem Antesten der Arcanaklasse dann die Summonerklasse anschauen wollte, ist mir sehr positiv aufgefallen, dass mich das Spiel ganz automatisch nicht noch einmal durch das ca. einstündige Tutorial geschickt hat, sondern mich direkt an die Stelle teleportiert hat, wo ich mir die zweite Unterklasse der Magierin aussuchen konnte.

Selbst wenn man nur neugierig auf die Spielweise einer komplett neuen Klasse ist, kann man das Tutorial überspringen und findet sich an dem Punkt der Auswahl der Unterklassen wieder.


Es sei darüberhinaus unbedingt auch erwähnt, dass man an dieser Stelle des Spiels, die Möglichkeit hat in einer Art Trainingsraum alle 3 Unterklassen ausgiebig anzutesten.

Man kann dann normale Gegnerwellen oder auch Bosse beschwören, wordurch man dann hoffentlich keine Unterklasse wählt, die einem nach wenigen Spielstunden dann auf den zweiten Blick vielleicht überhaupt nicht liegt.

Diese Möglichkeit hebelt der Trainingsraum zwar sicher nicht gänzlich aus, aber ganz ohne Frage schränkt es die Wahrscheinlichkeit eines Fehlgriffs deutlich ein. :thumbup:

Diese komfortable und offene Art der Klassenwahl könnte aus meiner bescheidenden Sicht sehr gern Schule machen.


Mit ca. Stufe 30 bekommt man dann sogar dauerhaft die Möglichkeiot nach Belieben in diesen virtuellen Trainingsraum zurückzukehren, um dort dann seine Skillung neu auszutüffteln.


Auch das ist wieder eine unerwartet Spielerfreundliche Mechanik, die gerne Schule machen kann.


Es bleibt sowieso festzustellen, dass Lost Ark für mein Gefühl einige Komfortfunktionen eingebaut hat, die man in älteren Spielen gern auch schon so gesehen hätte.


Wenn man bedenkt, dass es sich bei Lost Ark immerhin um ein Free-to-Play Titel handelt, ist das umso erstaunlicher und macht zumindest mir Hoffnung, dass es da draußen doch nocht faire Entwickler gibt, die nicht sofort jede Chance nutzen, uns das Geld aus der Tasche zu entlocken!


Mein Fazit ist also bisher unerwartet erfreulich und hoffnungsvoll und ich muss feststellen, dass ich seit Tagen nur noch diese neue Perle am MMO-Himmel spiele!


Kommentare 1

  • Sehr schönes Zwischenfazit. Ich verfolge Lost Ark ja schon länger und bin regelmäßig bei VRKirito Streams dabei. Das was ich bisher schon gesehen habe überzeugt sehr. Es ist optisch super anzuschauen uns bietet eine große Vielfalt an Inhalt.


    Hoffen wir mal das Smilegate es hin bekommt einen passenden Publisher zu finden, unter gleichzeitige Berücksichtigung das die Anpassungen für den Westen nicht allzu gravierend ausfallen.


    Grüße :-)